Brexit, Handelskrieg, Trumps Twittergewitter, Rezessionssorgen: Analysten verbringen viel Zeit damit, kurzfristige Marktentwicklungen ausführlich zu kommentieren. Dabei ist für Investoren ein langfristiger Fokus viel zielführender. Davon ist Wolfgang Juds, Geschäftsführer der Credo Vermögensmanagement GmbH in Nürnberg überzeugt. "Emotionen, die Angst vor Verlusten oder Selbstüberschätzung können uns zu krassen Fehlentscheidungen verleiten", sagt der Vermögensprofi.

Anleger sollten sich stets die langfristigen Erfolgsfaktoren vor Augen führen. "Dazu gehört das Wissen um Wert und Preis einer Sache, um bewusst antizyklisch zu kaufen und zu verkaufen", sagt Juds. Bei Aktien komme es zum Beispiel auf die Gewinnentwicklung der Unternehmen an. Wo entstehen Wachstum und Profitabilität? Wie stabil sind die Erträge? Das sind für Juds die Fragen, die sich Investoren stellen sollten.

Mehr Gelassenheit als Erfolgsfaktor
Als Erfolgsbeispiel für diese Taktik nennt Juds einen Immobilienverkäufer: Er stellt sein Investments auch nicht ständig infrage, nur weil Trump wieder einmal etwas getwittert hat. Gleiches gilt für Aktien-Investoren. "Wir müssen nicht permanent darüber nachdenken, ob wir Gewinne mitnehmen oder das Depot kurzfristig absichern", sagt der Vermögensprofi. Wer Grundsätze und Werte zuvor klar definiert, kann sich in turbulenteren Zeiten entspannt zurücklehnen. (fp)