Das laufende Jahr könnte für Rentenanleger besser werden als gedacht, sagt Uwe Eilers, Geschäftsführer der Frankfurter Vermögen. Er geht davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen in der Eurozone so bald nicht anheben wird. Die globalen Wirtschaftsaussichten haben sich zuletzt zu stark eingetrübt. "Vielmehr könnte sich die EZB gezwungen sehen, die Wirtschaft mit geldpolitischen Maßnahmen erneut stärker zu unterstützen", sagt der Vermögensverwalter.

Weil die Zinsen kaum weiter sinken können, bliebe der Notenbank als geldpolitischer Stimulus wohl nur der Kauf weiterer Anleihen. Staatsanleihen aus der Eurozone sind aber jetzt schon knapp. Die EZB dürfte also zu höher rentierenden Bank- und Unternehmensanleihen greifen, urteilt Eilers. "Gleichzeitig müssen immer mehr Anleger, vor allem Pensionskassen und Versicherer, einen großen Anteil ihres Vermögens in verzinslichen Wertpapieren anlegen, die dann auch die Pensionsverpflichtungen decken sollen."

Währungsrisiken im Blick behalten
Mit erstklassigen Staatsanleihen sind drei Prozent Rendite und mehr längst nicht zu erwirtschaften. Institutionelle Investoren könnten deshalb in den kommenden Monaten mit der EZB um Unternehmensanleihen konkurrieren und so deren Kurse in die Höhe treiben. "Neben europäischen Bank- und Unternehmensanleihen sollte man einen Blick auf andere Währungen und Länder werfen", rät der Anlageprofi. Viele US-Unternehmen bieten mittlerweile wieder einen Kupon von drei bis vier Prozent. Auch Emerging-Markets-Anleihen sehen vielversprechend aus.

Sowohl US-Bonds als auch Festverzinsliche aus den Schwellenländern gehen allerdings für Euro-Anleger mit einem gewissen Wechselkursrisiko einher. Dessen sollten sich Anleger bewusst sein, mahnt Eilers. "Alle Anlagen mit erhöhten Währungs- und Kursrisiken sollten immer nur eine Beimischung im Portfolio darstellen, um die Schwankungsbreite im Depot überschaubar zu halten." Generell empfiehlt er für Rentenanlegern für das laufende Jahr eine breite Diversifikation und ein gutes Risikomanagement. (fp)