Mischfonds sind unverändert die Absatzbringer Nummer Eins der Asset-Management-Zunft. Käufer allerdings dürften an ihrem Erwerb wenig Freude haben, da die Kassenschlager unter einem weiteren Zinsanstieg bei Anleihen leiden werden, prophezeit Martin Stötzel, Managing Partner bei der Vermögensverwaltung Rhein Asset Management.

Die meisten Mischfonds sind so konzipiert, dass sie einen Anteil von 40 bis 50 Prozent Staats- und Unternehmensanleihen halten. Die Zinsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte bescherte ihnen hier solide Gewinne. Das Umfeld hat sich jedoch gewandelt. "Der Blick auf den REXp, den Index der Entwicklung deutscher Staatsanleihen, zeigt, dass die Renditen der Anleihen abgeschmolzen sind", sagt der Anlageprofi.

Lagen die Anleiherenditen zwischen 2000 und 2010 noch durchschnittlich bei 5,4 Prozent jährlich, waren es zwischen Januar 2015 und Januar 2017 nur noch 3,62 Prozent. Seither tendieren die Renditen gen Null. Die aktuelle Umlaufrendite deutscher Staatsanleihen rangiert bei 0,14 Prozent im Jahr. Auch die Zukunftsszenarien sind eher ungemütlich. Ein kurzfristiger Zinsanstieg um ein Prozent für fünfjährige Anleihen bedeutet aktuell einen Kursverlust von knapp fünf Prozent für Rentenpapiere. "Das wird die Rendite vieler Mischfonds negativ beeinflussen", warnt Stötzel.

Schutz vor steigenden Zinsen
Der Vermögensverwalter rät zu einem alternativen Konzept, bei dem Fondsmanager marktneutral Rendite erwirtschaften. Dabei setzen sie beispielsweise auf Long-Short- oder Arbitrage-Strategien sowie Ansätze, die systematisch Prämien vereinnahmen, etwa an den Währungsmärkten. Ziel ist eine niedrige Korrelation der einzelnen Strategien untereinander bei gleichzeitiger Erzielung positiver Renditen in jeder Marktphase. "Dadurch werden Anleger von der Zinsentwicklung unabhängig, profitieren aber dennoch von einer stabilen Rendite und der gegenseitigen Absicherung der Assetklassen", sagt Stötzel. (fp)