Weltweit gibt es derzeit genug Gründe, um pessimistisch in die Zukunft zu blicken: Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich aus, eine Umweltkatastrophe jagt die nächste und die geopolitische Lage ist wenig stabil angesichts der Rangeleien zwischen Russland, China und den USA sowie einem drohenden Waffenkonflikt in Myanmar. Trotzdem dürfen sich Anleger von der Schwarzseherei nicht anstecken lassen, meint Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Holdinggesellschaft Z-Invest in Köln. 

Die wirtschaftliche Realität stellt sich aus seiner Sicht derzeit gar nicht so schlecht dar: Niedrige Ölpreise, kaum Inflation, deshalb wahrscheinlich keine Zinserhöhung und zumindest gute Unternehmensgewinne bestimmten aktuell schließlich das Bild, gibt Zimmer zu bedenken. Zwar machten Angebotsknappheit bei den Rohstoffen und die unterbrochenen Lieferketten den Unternehmen immer noch zu schaffen. Die Firmen könnten die gestiegenen Kosten derzeit aber problemlos auf Verbraucherpreise umlegen. "Die Menschen haben während der Pandemie weniger ausgegeben, Geld ist vorhanden", sagt der Finanzprofi.

Niedrige Ölpreise helfen der Konjunktur
Einige Marktteilnehmer befürchten derzeit, dass die sinkenden Ölpreise Einfluss auf die Aktienkurse haben könnten. Auch diese Sorge hält Zimmer für unbegründet. Sinkende Verbraucherpreise dürften eine Folge der sinkenden Ölpreise sein. Und solange die Inflation in Schach gehalten wird, würden die Notenbanken bei ihren niedrigen Zinsen bleiben. Zimmers Prognose: "Langfristig wird das der Konjunktur guttun und für steigende Gewinne sorgen." (fp)