Investoren sollten die Inflation bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen, rät Michael Thaler, Vorstand der Top Vermögen in Starnberg. Er verdeutlicht das mit einem Beispiel: Der reale Preis eines Liters Öl – also unter Einrechnung der Teuerungsrate – hat sich seit dem Jahr 1864 so gut wie nicht bewegt. Er kostet nach wie vor rund 50 US-Dollar. Anders der Preis eines Schokoriegels oder einer Kugel Eis. Beide verzeichnen allein seit 1984 einen realen Preisschub von bis zu 700 Prozent.

Öl und Benzin sind austauschbare Güter, erklärt der Anlageprofi diese Differenz. Ein Schokoriegel stammt dagegen oft von einer etablierten Marke, der die Konsumenten treu bleiben – auch wenn der Preis in die Höhe klettert. "Bei der Eisdiele sind es zudem noch die Lohnkosten, die es nötig machen, dass die Preise steigen", sagt Thaler.

Starke Marken fürs Depot
Der Vermögensverwalter leitet aus seinem Beispiel einige Tipps für Anleger ab. Der erste: Was zählt, ist die reale Rendite nach Inflation. Man sollte sein Geld also derzeit nicht auf dem Sparbuch parken. Tipp Nummer zwei: Nur kurzfristig in Rohstoffe investieren. "Bei hohen Preisen finden Ingenieure Mittel und Wege, den Nachschub zu erhöhen", sagt Thaler unter Verweis auf das Fracking, das die Rohöl-Produktion hat in die Höhe schnellen lassen.

Drittens sollten Anleger in Firmen mit starken und allseits bekannten Marken investieren. "Diese Unternehmen haben meist eine gewisse Preissetzungsmacht", so der Anlageexperte. Bestes Beispiel dafür ist Apple. Austauschbare Güter wie Rohstoffe sind dagegen meist weniger profitabel und überdies konjunktursensibler. (fp)