Einige Anleger wollen in Zeiten von Nullzinsen ihr Geld in Wald und Ackerland investieren. Allerdings ist diese Anlagemöglichkeit nicht so attraktiv, wie sie auf den ersten Blick erscheint, warnt Markus Zschaber, selbstständiger Vermögensverwalter aus Köln. Zum einen ist das Investieren in Wald-, Acker- und Landflächen für Privatanleger besonders schwierig, denn viele Flächen befinden sich in staatlichem Besitz oder gehören Adeligen und Landwirten. Beteiligungen sind daher allen voran über geschlossene Fonds möglich. 

Zum anderen gehen solche Fonds dem Experten zufolge mit großen Risiken einher: "Diese Beteiligungen beinhalten Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust", erklärt er. Zwar gebe es eine Handvoll erfahrener Manager, die solche Sachwerte erfolgreich verwalten. Aber: "Meine Erfahrung zeigt, dass schon viele Renditeversprechen nicht aufgegangen sind und Anleger sehr häufig Totalverlust erlitten", warnt Zschaber. Er sieht in diesem Segment ähnliche Risiken wie bei Schiff-, Flugzeug-, Wein- oder geschlossenen Immobilienfonds.

Vorsicht, Ausbeute
Auch moralisch stellt Zschaber eine Geldanlage in solche Grundflächen infrage. Oft sei nicht klar, ob der Boden, in den Anleger investiert haben, den Menschen vor Ort nützt oder ob er zu ihrer Ausbeutung beiträgt. Der Experte rät Investoren daher, sich stattdessen auf altbewährte Anlagemethoden zu verlassen: "Viel wichtiger ist es für den Anleger, seine Kapitalanlage breit aufzustellen, zu diversifizieren und aus möglichst verschiedenen Töpfen Rendite zu erzielen", sagt er. Nur so lasse sich der Niedrigzinsphase trotzen und gegen die Inflation oder gar einen möglichen Währungsausfall vorsorgen. (fp)