Die eigenen vier Wände sind für viele Bundesbürger ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge, und auch als Kapitalanlage erfreuen sich Immobilien wachsender Beliebtheit. Anleger sollten es mit ihren Investments in das "Betongold" aber nicht übertreiben, warnt Sebastian Kotte, Vorstand der Spiekermann & Co AG. Denn das könne zu erheblichen Schieflagen führen. "Es rächt sich oft im Alter, wenn die Rolle des Vermieters unattraktiver wird", sagt der Experte.

Wer nur auf Immobilien setzt, macht zwei Fehler: Erstens verpasst er attraktive Anlagemöglichkeiten mit höheren Renditen als Mietwohnungen. Zugleich holt er sich unnötige und hohe Risiken ins Haus. "So können Mietnomaden beziehungsweise Mietausfälle und unvorhergesehene Investitionen die Kalkulation durchkreuzen oder ganz zu Fall bringen", sagt Kotte. Kommt es richtig hart, sind diese Vermieter gezwungen, die Immobilie zu einem unpassenden Zeitpunkt billig zu verkaufen – ein Desaster für die Altersvorsorge.

Flexibilität statt Klumpenrisiko
Dabei sind regelmäßige Einnahmen längst nicht nur Vermietern vorbehalten. "Ein Wertpapierdepot mit substanzhaltigen und moderat schwankenden Aktien sowie etwas Gold und Cash sorgt mindestens ebenso gut für dauerhafte Erträge", sagt Kotte.

Zwar können die Erträge schwanken. Trotzdem fallen diese meist höher aus als die oft überschätzte Netto-Mietrendite. Anleger sparen sich außerdem den Stress bei der Vermietung und sind flexibler als mit einer Immobilie. "Vor allem aber vermeiden Anleger mit einem klug aufgesetzten Portfolio jenes Klumpenrisiko, das unwissende Vermieter eingehen", sagt der Vermögensprofi. (fp)