Börsenprofi: Was das Dollar-Comeback für Europa-Aktien bedeutet
Der Dollar war bereits angezählt, doch mit dem Iran-Krieg erscheint er Anlegern offenbar wieder als sicherer Hafen. Seine neue Stärke könnte Aktien außerhalb der USA belasten, meint Robeco-Stratege Peter van der Welle.
Dass ein schwächelnder Dollar für die Aktienmärkte außerhalb der USA gut ist, zeigte die Renaissance europäischer und asiatischer Aktien bis vor einigen Tagen – genauer bis zum Angriff auf den Iran. Doch seitdem vollzieht sich ein Comeback des US-Dollar. Robeco-Stratege Peter van der Welle glaubt, dass sich die Dollar-Stärke noch einige Zeit fortsetzen könnte – zum Nachteil der Aktienmärkte in Europa und Asien.
Fundamental überbewertet, trotzdem gefragt
Seit Beginn des US-Angriffs auf den Iran am 28. Februar ist der Dollar wieder deutlich stärker geworden. Ein anhaltender Kursumschwung der US-Währung könnte die gute Performance der Ex-US-Märkte infrage stellen, sagt van der Welle.
Grundsätzlich sei der Dollar nach relativer Kaufkraftparität zwar um zwölf Prozent überbewertet, doch das ist seiner Meinung nach keine Garantie für eine geradlinige Schwächung des Greenback. "Obwohl wir der Ansicht sind, dass sich der Dollar weiterhin in einem langfristig fallenden Markt befindet, sind Kursumschwünge üblich", so der Stratege.
Mid-Terms im Blick behalten
Der Dollar profitiere zum einen von der Wiederentdeckung als sicherer Hafen, zum anderen spricht nach Ansicht des Robeco-Experten auch die Zinsdifferenz zwischen Europa und den USA für die US-Währung.
Als dritten Grund nennt van der Welle die Mid-Term-Wahlen in den USA im Herbst: "Ein vorübergehend stärkerer Dollar könnte angesichts der Zwischenwahlen im November willkommen sein", erläutert der Stratege. Ein stärkerer Dollar würde die Importinflation und damit den US-Preisauftrieb bremsen, der den Wählern zu schaffen macht. Für europäische Aktien wären das vorerst keine guten Nachrichten. (jh)















