Hannover Leasing informiert derzeit die Anleger des Beteiligungsmodells "Flight Invest 49", dass Singapore Airlines die vertraglich vereinbarte Option gezogen hat, den bestehenden Leasingvertrag um fünf Jahre zu verlängern. Vor dem Hintergrund, dass in den vergangenen drei Jahren eine möglichst schnelle Ausmusterung des Jumbos die Flottenpolitik der großen Airlines bestimmte, ist das bemerkenswert. Vor drei Jahren sorgte ebenfalls Singapore Airlines für einen Paukenschlag, als die Gesellschaft beschloss, den Leasingvertrag für den ersten A380 im Liniendienst nicht zu verlängern. Dieser Flieger wurde über einen Dr.-Peters-Fonds finanziert, dem daraufhin kein Anschlusslease mehr gelingen wollte.

Unterschiede in den Verträgen machen Optionen unterschiedlich attraktiv
Immerhin profitierte Dr. Peters von einer Klausel im Vertag, die Singapore Airlines dazu zwang, das Flugzeug in "Full Life Condition", also wie neu, zurückzugeben. Das machte das von Dr. Peters entwickelte Modell des "Part-outs" attraktiver, also den Abverkauf des Flugzeugs in Einzelteilen.

Demgegenüber hätte der A380 von Hannover Leasing nur in "Half Life Condition" zurückgegeben werden müssen. Das heißt, dass das Flugzeug und die Triebwerke höchstens die Hälfte der Betriebsstunden sowie Starts und Landungen bis zur nächsten Wartung geflogen sein dürfen.

Entscheidend für die Neubesinnung bei Singapore Airlines dürfte aber ein anderer Punkt gewesen sein. Denn die Fluglinie hätte einen Nachmieter zu denselben Konditionen stellen und für sich ergebende Differenzen zur Kalkulationsmiete aufkommen müssen. Für Anleger des Hannover-Leasing-Fonds hat das den Vorteil, dass – vorausgesetzt, Singapore Airlines geht nicht pleite – auch nach gegenwärtiger Einschätzung des Fondsmanagements mindestens der Kapitalerhalt gesichert ist, unabhängig von einem sich noch ergebenden Verkaufserlös.

Auch Emirates setzt weiter auf den A380
So außergewöhnlich ist es übrigens gar nicht, dass Verlängerungsoptionen auch für Leasingverträge des in Ungnade gefallenen A380 gezogen werden: Für drei von Doric gemanagte A380, die im Doric Flugzeugfonds 6 sowie dem Hansa Treuhand Sky Cloud I und II zum Einsatz kommen, hat der Leasingnehmer Emirates ebenfalls Verlängerungsoptionen über zwei beziehungsweise drei Jahre gezogen. (tw)