Es ist ein hartes Urteil, das die Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF) über Argentiniens Staatshaushalt fällt. Die Schuldenrückzahlungen seien in der jetzigen Form untragbar, ließ der IWF am Ende seines einwöchigen Besuchs in Buenos Aires verkünden und forderte eine umfassende Umschuldung des Landes. Das berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ).

Die Vorgängerregierung von Mauricio Macri hatte während ihrer Amtszeit rund 100 Milliarden US-Dollar Schulden angehäuft, allein 44 Milliarden davon beim IWF. Verzichten sollen nun aber nur private Gläubiger, denn nach der Satzung ist es dem IWF nicht erlaubt, Zinszahlungen oder Tilgungen zu erlassen. Einziger Trost: Eine Umschuldung mit Beteiligung der Organisation erhöht für Gläubiger die Wahrscheinlichkeit, dass sie zumindest einen Teil ihrer Forderungen zurückerhalten.

Zug ist abgefahren
Ökonomen zeigten sich überrascht, dass der IWF gleich so drastische Maßnahmen vorschlägt. Sie hatten erwartet, dass die Organisation die Regierung zu härteren Sparmaßnahmen auffordert oder wenigstens verlangt, dass sie einen Primärüberschuss im Haushalt erzielt. Schließlich gilt ein positiver Saldo im Staatsbudget als entscheidender Indikator für die Zahlungsfähigkeit eines Landes. Der IWF halte es allerdings "weder wirtschaftlich noch politisch für machbar", Staatsausgaben zu streichen oder Einnahmen zu erhöhen, berichtet die NZZ. (fp)