Die USA und China nähern sich im Handelsstreit einander an. Eine weitere Eskalation ist vorerst abgewendet, sagen Experten von Qilin Capital. US-Präsident Donald Trump sieht nach Angaben des Weißen Hauses davon ab, die Zölle auf chinesische Importe ab Januar weiter anzuheben. China verzichtet seinerseits auf Vergeltungsmaßnahmen. Der Verzicht auf weitere Zollerhöhungen gilt für 90 Tage. Bis zum Ende dieser Frist soll es eine Einigung zu einer Reihe von Handelsthemen geben.

Die Waffenruhe zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt dürfte positive Impulse an Investoren senden, sagt Stefan Albrecht, China-Experte bei und Mitgründer von Qilin Capital. "Ein Grund für die erhöhte Volatilität an den Börsen war die Angst der Börsianer vor einer Eskalation des Handelsstreits", erklärt er. Diese Angst bekommt nun erst einmal keine neue Nahrung.

Krieg ohne Sieger
Die chinesische Wirtschaft leidet unter dem Handelskonflikt bislang stärker als die US-Wirtschaft. Doch auch amerikanische Unternehmen und Landwirte bekommen die Folgen zu spüren, so Albrecht. Fallende Preise für Sojabohnen, Mais, Milch und Rindfleisch haben viele Bauern im Mittleren Westen ruiniert. Der Handelskonflikt dürfte auch zu der Entscheidung des Autokonzerns General Motors beigetragen haben, sieben Fabriken zu schließen.

US-Verbraucher bekommen die höheren Zölle ebenfalls zu spüren, weil sie höhere Preise für viele in China hergestellte Waren zahlen müssen. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) drückt der Handelskrieg sowohl in China als auch in den USA auf das Wirtschaftswachstum. (fp)