Asset-Manager-CEO: "Kein günstiger Zeitpunkt für aggressive Wetten"
Noch ist die Straße von Hormus gesperrt, doch die Märkte scheinen das bereits abgehakt zu haben. Eric Bertrand von Ofi Invest AM hält das für leichtsinnig.
Mit jedem Tag, den die Sperrung der Straße von Hormus andauert, steigen die Kosten für die europäische Wirtschaft. Eric Bertrand, CEO von Ofi Invest Asset Management, warnt vor zu viel Optimismus.
Zinserhöhungen im Anmarsch
"Der unvermeidliche Anstieg der Inflation beschränkte sich im März und April zwar auf den Energiesektor, übte aber dennoch Druck auf die Zentralbanken aus", sagt Bertrand. Von der Fed erwartet er keine kurzfristige Zinsänderung. Die EZB habe sich zwar nicht auf eine Zinserhöhung im Juni festgelegt, aber dennoch die Weichen dafür gestellt. Das Einzige, was sie davon abhalten könnte, wären seiner Meinung nach die dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus und eine Normalisierung der Energiepreise. Er sagt: "Der Status quo sollte die Finanzmärkte nicht in Sicherheit wiegen. Vielmehr spiegelt er einen erzwungenen Kompromiss der Zentralbanken zwischen Inflation, verlangsamtem Wachstum und Zweitrundeneffekten wider."
Energieschock nur vorübergehend?
Die zentrale Frage ist für den Ofi-CEO, ob der Energieschock tatsächlich vorübergehend ist. Genau darauf scheinen die Märkte zu setzen, doch das könnte voreilig sein, meint Bertrand. Bemerkenswert sei, dass Aktien und Unternehmensanleihen von diesen Risiken kaum betroffen scheinen. Und das bereitet ihm Sorgen: "Angesichts der oben genannten Punkte ist dies kein günstiger Zeitpunkt für aggressive Wetten." Dennoch hält auch Ofi Invest AM an einer leichten Übergewichtung europäischer Hochzinsanleihen und Aktien fest, da die Renditeaussichten bis zum Jahresende weiterhin positiv sind. (jh)















