Institutionelle Investoren fordern bereits seit geraumer Zeit von Indexanbietern, die Titel von Waffenherstellern aus ihren Hauptindizes zu nehmen. Bisher sind sie mit dieser Forderung bei den Konstrukteuren beliebter Barometer wie JP Morgan, MSCI oder Standard & Poor´s auf taube Ohren gestoßen. Nun wenden sie sich in einem offenen Brief an die Indexarchitekten, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). Der offene Brief wurde und wird in ausgewählten Medien veröffentlicht.

Die Branchenorganisation Swiss Sustainable Finance (SFF) hat die Aktion koordiniert. Entsprechend finden sich viele Schweizer Investoren auf der Liste, beispielsweise die Fondstöchter von Credit Suisse und UBS sowie die Zürcher Kantonalbank. Aber auch niederländische, britische und schwedische Unternehmen haben sich dem Protest angeschlossen. Nach Informationen der NZZ verwalten die Unterzeichner in Summe umgerechnet rund sechs Billionen Euro.

Schutz für Privatinvestoren
Die Kritiker führen mehrere Argumente auf: Immer mehr Anleger – professionelle ebenso wie private – wollen aus Überzeugung nichts mit Waffenproduzenten zu tun haben. Außerdem ist es in Ländern wie den Niederlanden oder Spanien verboten, Hersteller sogenannter "kontroverser Waffen" wie Anti-Personen-Minen direkt oder indirekt zu finanzieren. Ein besonderes Problem sehen die Unterzeichner für Kleinanleger und mitelständische Vermögenswalter, die häufig aus Kostengründen dazu gezwungen sind, auf ETFs auszuweichen – und damit quasi automatisch Waffen-Aktien mitzukaufen. (fp)