In vordigitaler Zeit hatten Urlauber kaum Möglichkeiten, sich aktuell über die Börsenkurse zu informieren. Daraus resultiert auch die bekannte Börsenregel "Sell in May and go away". Heute ist das zwar anders, dank Smartphone sind selbst die exotischsten Finanzmärkte nur einen Klick entfernt. Trotzdem kann es nicht schaden, sein Depot zum Start der Urlaubssaison einmal auf den Prüfstand zu stellen, sagt Mac-Oliver Lux von der Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner – vor allem nach der Kursrally der vergangenen Wochen. "Manche Position hat vielleicht durch enorme Zugewinne etwas Übermacht im Depot bekommen und kann zurechtgestutzt werden", sagt der Vermögensprofi.

Lux rät Investoren, vor dem Verreisen einige Fragen zu beantworten, um gelassener urlauben zu können: Welche Positionen sollen langfristig gehalten werden? Inwieweit kann man einen vorübergehenden Kursrückgang hinnehmen? Wie viel Verlust würde man im Einzelfall aushalten? "Wer sich diese Fragen im Vorfeld beantwortet und sein Depot danach ausrichtet, kann entspannt in den Urlaub fahren", sagt Lux.

Gewinne absichern, Verluste begrenzen
Sind grundsätzliche Fragen geklärt, empfiehlt Lux den Einsatz von Stop-Loss-Orders als eine Art Reiseversicherung fürs Depot, zumindest für einzelne Wertpapiere. "So lässt sich in der Regel ein Großteil der Gewinne absichern", erklärt er. Eine Stop-Loss-Order ist ein Verkaufsauftrag, der automatisch ausgeführt wird, wenn ein zuvor festgelegter Kurs unterschritten wird. Verkauft wird dann allerdings zum nächstmöglichen Kurs. Der kann deutlich unterhalb des Stoppkurses liegen. Alternativ kann man sogenannte Trailing-Stop-Orders einsetzen. Dabei definiert man statt eines fixen Stoppkurses eine prozentuale Grenze.

Wichtig ist, beim Festlegen der Untergrenze immer die maximale Schwankungsbreite des Wertpapiers zu berücksichtigen – also um wie viel Prozent der Wert üblicherweise kurzfristig zulegt und auch kurzfristig wieder verlieren kann. Setzt man die Stop-Loss-Marke zu eng an den Kurs, verkauft man das betreffende Papier vielleicht ungewollt, während man am Strand in der Sonne liegt. "Stop-Loss-Orders gehören zum Handwerkszeug eines Anlegers, denn Kapitalerhalt steht immer im Vordergrund", betont Lux. (fp)