Privatanleger ziehen sich zunehmend aus der Schweiz zurück, dies zeigt die monatliche Statistik der Schweizer Nationalbank. Seit die Schweiz im März 2009 angekündigt hatte, das steuerliche Bankgeheimnis aufzuheben, sinkt das Interesse privater ausländischer Anleger an Schweizer Konten. Mittlerweile tauscht die Schweiz mit 80 anderen Ländern auf regelmäßiger Basis Informationen über Bankkunden aus. Der frühere Standortvorteil ist damit dahin.

Bitter ist das besonders für Schweizer Vermögensverwalter: Denn hätten sich die Ausländerdepots wie die Inländerdepots in der Schweiz entwickelt, sei der Bestand heute um 400 bis 500 Milliarden Franken (440 Mrd. Euro) höher, berichtet die Neue Zürcher Zeitung.  Für Vermögensverwalter bedeute dies inklusive der Bankkonten von Privatkunden einen Verlust von 500 bis 600 Milliarden Franken.

Damit schrumpfen auch die Einnahmen der Schweizer Asset Manager erheblich. Bei einer üblichen Bruttomarge von 0,8 Prozent fehlen den Vermögensverwaltern nun jährlich 2,5 bis drei Milliarden Franken. 

Teurer Schweizer Franken verstärkt den Effekt
Ein Teil der Einbußen ist allerdings dem Schweizer Franken anzulasten. Dieser ist in den vergangenen zehn Jahren im Vergleich zu wichtigen Fremdwährungen rund 30 Prozent teurer geworden. Für Inländer hat dies kaum Auswirkungen, da sie meist einen höheren Anteil an Werten in Franken haben – im Gegensatz zu ausländischen Anlegern. Brutto entfallen so rund 100 bis 150 Milliarden Franken auf die Wechselkurseffekte. (fp)