Die Immobilienbranche geht positiv gestimmt ins neue Jahr. Wesentliche Rahmenbedingungen des Markts, etwa das Zinsumfeld, das erwartete Wirtschaftswachstum und nachlassende Sorgen bezüglich der Behinderung der weltweiten Handelsströme durch willkürlich verhängte Zölle, haben sich im Laufe des Jahres 2025 stabilisiert. Die meisten Marktteilnehmer sehen die Immobilienkrise als im Großen und Ganzen überwunden an.

Gleichwohl steht der Markt vor tiefgreifenden und herausfordernden Transformationen. Der Immobiliendienstleister JLL beschreibt beispielsweise die Notwendigkeit, den in allen Bereichen gestiegenen und weiterhin steigenden Kosten mit einer erhöhten Effizienz begegnen zu müssen. Eine Verknappung des Angebots an Immobilien wird auch die Immobilien selbst teurer werden lassen, vermutet JLL.

Künstliche Intelligenz und natürliche Umgebung werden wichtiger
Künstliche Intelligenz hat in einigen immobilienwirtschaftlichen Zweigen das Versuchsstadium verlassen, so dass die Fähigkeit, sie sinnvoll einzusetzen, zunehmend zum Erfolgskriterium werden wird. "Im kommenden Jahr wird sich entscheiden, welche Lösungen und Produkte marktfähig sein werden", sagt Andreas Trumpp, Head of Market Intelligence & Foresight beim Immobilienberatungsunternehmen PTXRE.

Eine Immobilie nicht einfach nur zu nutzen, sondern zu erleben, würde mehr und mehr zum wertschöpfenden Faktor in der Immobilienwirtschaft werden, beschreibt JLL. Das gelte für alle Nutzungsarten, für die Wahl des Wohnorts, des Arbeitsplatzes und die Entscheidung, wo man einkaufen geht. Grünflächen steigern das Wohlbefinden am Wohnort und am Arbeitsplatz, und Lifestyle-Viertel mit Zugang zu Annehmlichkeiten wie Unterhaltungsangeboten, Außenpavillons oder der Einbezug von Hafen- und Uferflächen würden Mietaufschläge von mehr als 30 Prozent ermöglichen, führt JLL aus.

Finanzierungen werden anspruchsvoller
Nicht nur die regulatorischen Anforderungen, auch die zahlreichen Insolvenzen in der Immobilienwirtschaft lassen die Banken bei Finanzierungen zunehmend selektiver werden. Sie legen mehr Wert auf solide Objektqualitäten und darauf, dass ESG-Kriterien erfüllt werden. Private Debt wird auch für Immobilieninvestoren zunehmend interessant. (tw)


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