Ausblick 2026: Geldpolitik zwischen Rally und Risiko
USA und England senken, Europa wartet ab, Japan strafft: Begleitet von zweifelhaften Inflationsdaten und geopolitischen Spannungen lassen unterschiedliche Pfade der wichtigsten Notenbanken weltweit die Märkte zum Jahreswechsel mit wachsender Unsicherheit zurück.
Die internationalen Finanzmärkte haben in den vergangenen Wochen eine Phase wachsender Spannungen erlebt. Die großen Zentralbanken haben zunehmend unterschiedliche Zinspfade eingeschlagen, gleichzeitig geben wichtige Konjunkturdaten ein gemischtes Bild ab. Und nicht zuletzt verschärfen geopolitische Konflikte die Unsicherheit an den Rohstoff- und Aktienmärkten.
Aber der Reihe nach: Die aktuelle geldpolitische Spaltung zwischen den führenden Notenbanken könnte kaum größer sein. Während die Bank of England im Dezember dem Kurs der US‑Notenbank gefolgt ist und ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent gesenkt hat, beließ die Europäische Zentralbank ihre Zinsen unverändert. Die Bank of Japan dagegen hob ihren Schlüsselsatz auf 0,75 Prozent an, den höchsten Stand seit rund 30 Jahren.
Aktien positiv, Anleihen mit Fragezeichen
Für zusätzliche Spannungen sorgten Inflationsdaten aus den USA, die bisher unter den Erwartungen geblieben sind. Die Aktienmärkte reagierten mit Kursgewinnen, während Anleiheinvestoren die Verlässlichkeit der Zahlen infrage stellten, und das nicht ohne Grund, immerhin musste die Statistikbehörde wegen des vorangegangenen Regierungsstillstands Teile der Daten schätzen.
Angespannt blieb die Lage auch am Rohstoffmarkt. Der Ölpreis blieb gefangen zwischen einerseits einem Aufwärtsdruck aufgrund einer verschärften US‑Blockade gegen Venezuela und andererseits den Hoffnungen auf einen Waffenstillstand im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Gold dagegen setzte seinen Höhenflug fort und notierte zuletzt auf neuen historischen Rekordständen.
Geldpolitische Verwirrung
Kein Wunder, dass die Erwartungen von Investmentspezialisten in Bezug auf die Entwicklung der Geldpolitik weltweit im kommenden Jahr durchaus unterschiedlich ausfallen. Wir haben die wichtigsten Aussagen aus den Marktkommentaren von Experten aus Asset Management und Banken zusammengetragen – klicken Sie sich durch unsere Bilderstrecke. (hh)













