Die Liquiditätslage an den Rentenmärkten verschlechtert sich immer weiter. Zuletzt musste die Bank of England einen saftigen Aufschlag zahlen, um vermeintlich liquide Staatsanleihen kaufen zu können. In den vergangenen Jahren haben vor allem drei Faktoren die Liquidität an den Märkten beeinflusst, sagen die Experten von J.P. Morgan Asset Management: erstens regulatorische Neuerungen, die unter anderem die Kapitalkosten für Händler, die Anleihen halten, in die Höhe getrieben haben. Zweitens Änderungen bei institutionellen Investoren, etwa leistungsorientiertere Pensionspläne. Und drittens die Politik der Zentralbanken inklusive ihrer umfangreichen Anleihekaufprogramme.

Die Kombination dieser drei Faktoren hat mehrere Konsequenzen. Die Nachfrage nach Anleihen ist gestiegen, der Anreiz für Händler dagegen gesunken. Deshalb sind weniger Rentenpapiere im Umlauf. Darüber hinaus ist der Anteil an Anleiheinvestoren gewachsen, die Preisänderungen relativ gelassen gegenüberstehen. "Es ist unwahrscheinlich, dass sich einer dieser Trends in der näheren Zukunft umkehren wird", sagt Tobias Mansky, Portfoliomanager in der Global Insurance Solutions Group bei J.P. Morgan Asset Management.

Alles nutzen, was geht
Um nicht zum Opfer der angespannten Liquiditätssituation zu werden, sollten Anleger nicht nur die traditionellen Renteninstrumente in Betracht ziehen, sagt Mansky. Er erwartet etwa, dass sich immer mehr Euro-Investoren langlaufenden US-Dollar-Unternehmensanleihen zuwenden. Der Markt ist groß und gut diversifiziert, die Papiere liefern zurzeit attraktive Renditen. "Darüber hinaus sollten Portfoliomanager sämtliche zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um Liquiditätsengpässe zu bewältigen", sagt Mansky. (jp)