Der Markt für Green Bonds wird 2019 wieder wachsen, nachdem die Zahl der Neuemissionen im Jahr 2018 zum ersten Mal seit langem gesunken war. Davon ist Johann Plé überzeugt, Portfoliomanager bei Axa IM. "Die Nachfrage nach Green Bonds hält an, selbst in turbulenten Zeiten", sagt er. Die Zahl der Emissionen hatte sich seit 2015 in jedem Jahr verdoppelt. Im vergangenen Jahr schwächte sich diese Dynamik wegen des schwierigen Marktumfelds ab, die Schätzungen der Climate Bond Inititative (CBI) wurden nicht erreicht.

Plé legt Wert auf die Feststellung, dass 2018 auf dem Green-Bond-Markt nicht alles schlecht war. So stieg das Emissionsvolumen um 45 Prozent. Neue staatliche Emittenten gingen an den Markt, darunter Indonesien, Irland und Belgien. Und: Knapp ein Viertel der Neuemissionen kam im Jahr 2018 aus dem Finanzsektor. Das war ein Anstieg um fast 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wachstumsschmerzen gehören dazu
Der Axa-IM-Experte rechnet damit, dass staatliche Emittenten in den kommenden Monaten weitere grüne Anleihen ausgeben werden. "Dies und die vielen geplanten Neuemissionen von Unternehmen, etwa aus dem Automobil- und dem Telekommunikationssektor, könnten für hohes Wachstum sorgen", sagt er. Der Green-Bond-Markt wird nicht nur größer, sondern auch reifer. "Natürlich ist uns bewusst, dass wir von einem internationalen Standard für grüne Anleihen noch weit entfernt sind. Allerdings entwickelt sich der Markt in die richtige Richtung", so Plé.

Der mittlerweile 240 Milliarden US-Dollar schwere Markt für grüne Bonds gleicht mehr und mehr dem klassischen Anleihemarkt, sagt der Portfoliomanager. Er ist sich sicher: "Da das Klimabewusstsein wächst, können wir darauf vertrauen, dass 2019 ein grünes Jahr sein wird – und dass mehr grüne Anleihen begeben werden als in den Jahren zuvor." (fp)