Das Wachstum des Fintech-Sektors dürfte sich im laufenden Jahr fortsetzen, sagt Vincent Vinatier, Portfoliomanager bei Axa Investment Managers (Axa IM). "Nicht nur die guten Unternehmensergebnisse und die stabilen Wachstumsprognosen sprechen dafür. Investitionen in den Fintech-Sektor werden auch neue Innovationen beflügeln und weitere Investment-Möglichkeiten schaffen", ist Vinatier überzeugt. Besonders im B2B-Bereich sieht er Wachstumspotenzial – etwa dadurch, dass Fintechs Lücken nutzen, die entstehen, wenn sich Banken aus der Kreditvergabe an kleine und mittelgroße Unternehmen zurückziehen.

Ein aktueller Bericht der Beratungsgesellschaft KPMG sagt sämtlichen Bereichen der Fintech-Branche eine rosige Zukunft voraus. "Es werden immer größere Deals erwartet, da bestehende Fintechs nach Kapital suchen, um das globale Wachstum voranzutreiben", erklärt Vinatier. Als Beispiel nennt er Raisin: Der deutsche Online-Marktplatz für europaweite Festgeld-Angebote konnte zuletzt 114 Millionen US-Dollar zur Finanzierung der internationalen Expansion einwerben, unter anderem von Paypal und dem Wagniskapitalgeber Thrive Capital.

Sorgfältige Auswahl ist ein Muss
Wer in Fintechs investiert, sollte trotz der günstigen Prognosen genau hinschauen, mahnt Vinatier. "Um die Gewinner von morgen zu identifizieren und damit die Wachstumschancen des Fintech-Sektors zu erschließen, ist Selektivität gefragt", sagt er. Der Fondsmanager nennt drei Themen , die auf lange Sicht hohes Wachstumspotenzial versprechen: die bargeldlose Gesellschaft, innovative Marktführer und sogenannte Technologie-Ermöglicher.

Die Entwicklung hin zu einer bargeldlosen Gesellschaft ist bereits in vollem Gange. Immer mehr Menschen bezahlen digital. Daneben setzt Vinatier auf Vorreiter: etablierte Finanzdienstleistungsunternehmen, die Mobil- und Digitaltechnik nutzen, um ihre Kunden zu bedienen. Technologie-Ermöglicher stellen wiederum die Technologie zur Verfügung, die die digitale Präsenz von Fintechs über verschiedene Kanäle unterstützt. (fp)