Neue Wege zu suchen, um Daten effizient zu nutzen, gehört seit jeher zu den wichtigsten Aufgaben quantitativer Fondsmanager. Künstliche Intelligenz (KI) und künstliche neuronale Netzwerke eröffnen Anlageprofis ganz neue Möglichkeiten der Datenanalyse, sagt Gideon Smith, CIO Europe bei Axa IM Rosenberg Equities. Investoren haben heute nahezu unbegrenzten Zugang zu Informationen. Die Herausforderung besteht darin, diese Daten möglichst rasch systematisch auszuwerten, erklärt Smith.

Ökonometrische Modelle müssen Muster und typische Auslöser erkennen können. Künstliche neuronale Netzwerke, die bereits in mehreren Branchen verwendet werden, sind für solche Zwecke gut geeignet. Ihre Vorhersagen sind zuverlässiger als die von Menschen, so der Anlageexperte – eben einfach besser. Für Fondsmanager stellen sie deshalb eine nicht zu unterschätzende Hilfe dar.

Vermögensprofis müssen zu IT-Spezialisten werden
Die entscheidende Frage im Umgang mit KI lautet: Wie können Asset Manager sicherstellen, dass sie jederzeit Herr ihrer Entscheidungen bleiben? Grundsätzlich lässt sich diese Herausforderung meistern, ist Smith überzeugt. "Wir haben schon immer versucht, die Arbeitsweise von Modellen zu erklären, die inneren Verbindungen sichtbar zu machen", betont er. Er räumt allerdings ein, dass neue Modelle oft sehr komplex und schwierig zu begreifen sind.

Der Anlageexperte sieht Vermögensverwalter in der Verantwortung, ihre quantitativen, lernenden Modelle verständlich zu erklären. Sie sollten darauf ebenso viel Aufwand verwenden wie auf deren Entwicklung, fordert Smith. Bei Erklärungen könnten Asset Manager etwa auf Illustrationen zurückgreifen oder sogenannte Proxymodelle verwenden. Und: Sie müssen sicherstellen, dass die Modelle auf echten Erkenntnisse und Prinzipien basieren. (fp)