Bafin-Präsident Mark Branson warnt die Banken davor, dass das laufende Jahr sehr schwierig werden könnte. Wie das "Handelsblatt" schreibt, erwartet Branson, dass sich das Immobiliengeschäft klar verlangsamt. Schuld seien die Teuerung und Zinserhöhungen.

In den vergangenen Jahren haben Kreditnehmer immer höhere Schulden im Vergleich zu ihren Einkommen aufgenommen. Dieser Trend flacht Branson zufolge zwar ab, aber: "Wir haben gesehen, dass noch immer 15 Prozent aller neuen Immobilienkreditnehmer mehr als die Hälfte ihrer Nettoeinkommen brauchen, um die Schulden zu bedienen." Aufgrund der hohen Inflation haben die Deutschen jedoch weniger Geld in der Tasche, um die Schulden zu tilgen. Auch Unternehmen könnten unter Umständen ihre Kredite nicht mehr bedienen.

Profitabilität leidet
Den Zinsanstieg bewertet Branson für Banken als grundsätzlich positiv, doch einige Häuser hätten in diesem Jahr deshalb stark unter Druck gestanden. Durch den Abschwung an den Märkten mussten viele Banken Verluste bei der Bewertung ihrer Wertpapiere hinnehmen und mehr für ihre eigene Refinanzierung zahlen. Das kompensieren die steigenden Erträge aus dem Kredit- und Einlagengeschäft kurzfristig nicht, warnt Branson. 

Für die kleineren Institute, die die Bafin direkt überwacht, sei das ein enormes Problem: Ein Anstieg der Marktzinsen um zwei Prozentpunkte drücke die Profitabilität im Jahr 2022 durchschnittlich um rund 40 Prozent, rechnet Branson vor. "Ein paar Dutzend" kleinerer Institute schaue sich die Bafin deshalb intensiv an. "Sie könnten mindestens temporär gewisse Kapitalschwierigkeiten haben", zitiert das "Handelsblatt" den Bafin-Chef. (fp)