Bis jetzt wusste die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) genau, wann eine deutsche Führungskraft mit Aktien aus dem eigenen Unternehmen gehandelt hat. Ab einer Schwelle von gerade einmal 5.000 Euro aufwärts mussten Vorstände und Aufsichtsräte Aktientransaktionen melden. Im kommenden Jahr will die Bafin die Regeln lockern: Führungskräfte sollen ihre Käufe und Verkäufe bald erst ab einem Volumen von 20.000 Euro melden müssen. Das berichtet das "Handelsblatt".

Die neue Regelung soll vor allem kleine und mittlere Unternehmen entlasten – denn die Meldepflicht ist mit hohem Verwaltungs- und Kostenaufwand verbunden. 16 Prozent aller Meldungen im Jahr 2018 betrafen Transaktionen unter 20.000 Euro. Die "Signalwirkung" davon ist laut Bafin zu gering, schreibt das "Handelsblatt". Bis Ende des Monats will die Behörde Stellungnahmen zu dem geplanten Schritt sammeln.

Verbotene Insidergeschäfte sollen verhindert werden
Die Aktiengeschäfte von Führungskräften mit unternehmenseigenen Aktien – auch Director’s Dealings genannt – sollen den Kapitalmarkt transparenter machen. Vor allem soll verhindert werden, dass Vorstände Insiderinformationen nutzen, um sich beim Aktienhandel einen Vorteil zu verschaffen. Neben der Veröffentlichung durch die Bafin machen viele Unternehmen die Transaktionen auch selbst publik. (fp)