Der Präsident der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, hat sich für weiterreichende Kompetenzen seiner Behörde ausgesprochen. "Die Digitalisierung ist nicht nur eine Herausforderung für Banken, sondern auch für deren Aufsichtsbehörden", sagte Hufeld der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Weil Banken und Versicherer zunehmend Kundendaten an ausländische Cloud-Anbieter auslagern, müsse die Bafin neue Prüf- und Zugriffsrechte für ebendiese Anbieter erhalten. 

"Wir beaufsichtigen bekanntlich ja nicht Google oder Amazon Web Services oder ähnliche, sondern deutsche Banken und Versicherer", so Hufeld. Derzeit müsse die Bafin also durch den Umweg über das direkt zu beaufsichtigende Finanzinstitut sicherstellen, dass ihre Vorgaben eingehalten werden. Kurzfristig sieht Hufeld darin kein Problem. "Mittel- bis langfristig müssen wir das aber nachjustieren", so der Bafin-Präsident.

Direkte Kontrolle wäre Unsinn
Hufeld schwebt zudem die Einführung von Wohlverhaltenspflichten für Plattformen vor, ähnlich der Ad-Hoc-Pflicht börsennotierter Unternehmen. Sein Vorschlag: Konzerne wie Google oder Amazon sollen künftig bestimmte Verhaltenspflichten vorgeschrieben bekommen. Damit möchte Hufeld eine "gesunde und stabile" Gesamtwertschöpfung sicherstellen. 

Der Bafin-Präsident betont jedoch, dass seine Institution die Unternehmen nicht direkt kontrollieren will. "Das wäre absurd und grober Unfug – jedenfalls solange sie keine erlaubnispflichtigen Finanzdienstleistungen anbieten", erklärt er. (fp)