Das Wirtschaftswachstum kommt in vielen Teilen der Welt zum Erliegen oder schrumpft bereits. Die Auswirkungen spürt auch der Bankensektor. Die Unternehmensberater von McKinsey warnen nun davor, dass einige Finanzinstitute mit dem konjunkturellen Abschwung überfordert sein könnten, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Denn wenn das Wirtschaftswachstum stagniert, müssen Banken höhere Rücklagen für ausfallgefährdete Kredite bilden. 

Der Knackpunkt: Auch die Erträge der Banken nehmen seit Jahren ab. Die Unternehmensberater kommen in ihrem neuesten Bankenbericht zu einem eindeutigen Urteil: Rund 60 Prozent der Finanzinistitute können ihre Kapitalkosten nicht decken. Die von Anlegern geforderte Verzinsung von Eigen- und Fremdkapital ist zu hoch, schreibt die FAZ. Das spiegelt sich an der Börse wider. Der Börsenwert vieler Geldhäuser, darunter die Deutsche Bank und Commerzbank, liegt deutlich unter dem Buchwert.

Deutsche Banken besonders in Bedrängnis
Probleme sehen die Unternehmensberater von McKinsey vor allem bei den Banken im Euroraum. Aufgrund der langanhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank falle es ihnen besonders schwer, auskömmliche Erträge zu erwirtschaften. Deutsche Banken hätten – allen Sanierungsbemühungen der vergangenen Jahre zum Trotz – zusätzlich mit einer hohen Kostenbasis zu kämpfen. Trotzdem müssen Finanzinstitute sich bereits auf einen Wirtschaftsabschwung vorbereiten. Mit den hohen Kosten und niedrigen Erträgen im Nacken, laufe den Banken schlicht die Zeit davon, meint McKinsey. (fp)