Mitte der 1990er Jahre starteten Banken und Sparkassen in Deutschland einen neuen Kartenservice, mit dem Kunden bequem und kostenlos kleine Beträge elektronisch bezahlen können: die sogenannte Geldkarte. Kunden, die einen entsprechenden Chip auf ihrer Bankkarte haben, können Guthaben von bis zu 200 Euro darauf parken und so dann bargeldlos beispielsweise Fahrkarten für den Öffentlichen Nahverkehr, Zigaretten am Automaten und andere kleinere Beträge bezahlen. An Zigarettenautomaten lässt sich die Funktion außerdem nutzen, um sich als volljährig auszuweisen.  

Doch der Kleingeldersatz setzte sich nie breit durch, berichtet die "Wirtschaftswoche" nun anlässlich des beschlossenen Aus für die fast 30 Jahre alte Technik. Schon seit  2014 geht die Zahl der ausgegebenen Girocards mit Geldkarten-Chip nach dem Bericht zurück, vor allem die Geschäftsbanken haben sich vielfach schon länger von der Technik verabschiedet. Über das Transaktionsvolumen gibt es seit mehreren Jahren keine berichteten Zahlen mehr. Da spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie viele Kunden auch die Girocard selbstverständlich dafür nutzen, um kleinere Beträge zu begleichen oder ein Smartphone mit entsprechender App, bietet ein zusätzliches Prepaid-Modul auf der Karte auf Dauer kaum noch einen Mehrwert. (fp)