Noch ist unklar, ob es im kommenden Jahr in Frankfurt und anderen Städten in Deutschland tatsächlich Fahrverbote für ältere Dieselautos geben wird. Dennoch machen sich Millionen Berufspendler schon heute Gedanken über mögliche Konsequenzen – und Unternehmen schmieden Notfallpläne. Schließlich unterhalten viele Firmen einen Diesel-Fuhrpark.

Frankfurter Banken sind mit Blick auf das drohende Verbot gelassen, zeigt eine Umfrage der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Grund: Die Dienstwagen der Banker sind fast durchweg neu – und Fahrzeuge, die den geforderten Normen nicht entsprechen, sollen bis zum möglichen Stichtag ausgetauscht werden.

Um die Privatwagen ihrer Mitarbeiter und damit die Frage, wie diese im Falle eines Fahrverbots zur Arbeit kommen, machen sich die Institute hingegen keine Gedanken – das ist Privatsache, sagen die meisten Banken-Sprecher. Sie verweisen auf den öffentlichen Nahverkehr oder raten zum Fahrrad. Geht es um die Anfahrt ihrer Kunden, sind Banken geteilter Ansicht: Die Frankfurter Volksbank stellt in Aussicht, notfalls mehr Filialen außerhalb des vom Fahrverbot betroffenen Gebiets zu eröffnen. Das Bankhaus Metzler, das viele vermögende Kunden betreut, ist dagegen der Meinung, dass seine Kunden so viele Autos besitzen, dass sie einfach ein anderes benutzen können. Die ING kümmert das drohende Fahrverbot gar nicht – schließlich findet der Großteil des Geschäfts der Direktbank im Internet statt. 

Banken behalten Politik und Industrie im Blick
Trotz genereller Gelassenheit verfolgen die Banken gespannt die Entscheidungen der Politik. Das Verwaltungsgericht in Wiesbaden hatte im Herbst skizziert, wie ein Fahrverbot ab Februar 2019 aussehen könnte: Innerhalb des Frankfurter Autobahnrings dürften dann beispielsweise keine Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 4 und älter mehr fahren, von September an auch keine Euro-5-Fahrzeuge mehr. Das Land Hessen will gegen das Urteil Berufung einlegen. (fp)