Bankkunden müssen in den nächsten Tagen viel Geduld mitbringen: Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 200.000 Beschäftigten des privaten und öffentlichen Bankgewerbes zu Warnstreiks aufgerufen. Es sei mit Verzögerungen im Arbeitsablauf und geschlossenen Filialen zu rechnen, teilte die Gewerkschaft dem "Handelsblatt" zufolge mit. Aktionen seien schwerpunktmäßig vor allem in Niedersachsen, dem Saarland, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen geplant.

Die Warnstreiks finden im Vorfeld der vierten Tarifrunde zwischen Banken und Gewerkschaften statt. Am kommenden Montag (20. Mai) wollen sich Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter erneut an einen Tisch setzen, um über Lohn und Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Verdi fordert für die Beschäftigten unter anderem sechs Prozent mehr Gehalt sowie 100 Euro mehr pro Monat für Azubis sowie sechs "Gesundheits- und Entlastungstage".

Die Fronten sind verhärtet
Die Banken halten die Forderungen unverändert für überzogen und lehnen sie als unrealistisch ab. Sie schlagen stattdessen vor, die Tarifgehälter um 3,4 Prozent anzuheben. Die Gehaltserhöhung soll dabei in drei Stufen erfolgen bei einer Laufzeit von 36 Monaten. Verdi-Verhandlungsführer Christoph Meister bezeichnete das Angebot als nicht verhandelbar. (fp)