Die Diskussion über eine Finanztransaktionssteuer dauert schon Jahre an, nun gebe es einen Kompromiss, verkündete Olaf Scholz vor Kurzem – sehr zum Unmut der Deutschen Kreditwirtschaft (DK). Der Bankenverband warnt vor den Folgen einer solchen Steuer: "Die nun vorliegenden Pläne schaden der Aktienkultur, bedeuten einen hohen Bürokratieaufwand und werden nur geringe Steuermehreinnahmen generieren", sagt Andreas Krautscheid, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes. "Es ist ein Alibiprojekt, das mehr Schaden als Nutzen anrichtet."

Die DK fürchtet, dass eine Finanztransaktionssteuer Aktien wieder unattraktiv machen würde. Dabei seien Anleger aufgrund der Niedrigzinsphase insbesondere jetzt auf diese Form der Geldanlage angewiesen, um sich eine stabile private Altersvorsorge aufbauen zu können. Zudem wäre laut Krautscheid der Verwaltungsaufwand sehr groß, da völlig neuartige Prozesse geschaffen werden müssten, um die Steuer überhaupt erheben und verwalten zu können.

Finanztransaktionssteuer bringt nur kleines Plus in der Staatskasse
Sollte die Finanztransaktionssteuer beschlossen werden, rechnet die DK für Deutschland mit Mehreinnahmen von rund 1,25 Milliarden Euro, was knapp 0,15 Prozent der für 2019 erwarteten Steuereinnahmen entspricht. Laut dem Bankenverband sei der Schaden einer solchen Steuer am Kapitalmarkt größer als der Nutzen für die Staatskasse. (fp)