Für mindestens 27 Smartphone-Besitzer war die Nachricht ein Schock: Drei mutmaßliche Betrüger – eine Frau und zwei Männer – haben versucht, über die Handydaten der Betroffenen insgesamt knapp 200.000 Euro abzuheben. Bevor die Betrüger das Geld jedoch von den Bankkonten transferieren konnten, griffen die Zentralstelle Cybercrime Bayern und die Kriminalpolizei Würzburg ein. Das berichtet der auf IT-Themen spezialisierte Nachrichtendienst "Heise Online".

Die mutmaßlichen Täter hatten für ihren Coup die sogenannte eSIM-Swapping-Methode angewandt. Dazu erschlichen sie sich die Telefonnummer ihrer Opfer und übertrugen sie auf eine eigene eSIM-Karte, die sich direkt online freischalten lässt. Damit loggten sie sich in die Bankkonten der Geschädigten ein. Die entsprechenden Passwörter hatten sie sich im Darknet verschafft. Die mobilen TANs, mit denen Kontotransaktionen verifiziert werden müssen, konnten die Betrüger problemlos einsehen – schließlich wurden die mTANs an die gestohlenen Handynummern geschickt.

Betrugsfall hat größere Dimensionen
Der Betrugsversuch fiel auf, als die Geschädigten ihre Mobiltelefone nicht mehr selbst benutzen konnten und feststellten, dass es dennoch von Zeit zu Zeit Überweisungen von ihren Konten gab. Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hat daraufhin Anklage gegen ein Ehepaar und einen unbekannten Mittäter erhoben. Das Paar soll zudem Waren im Wert von 23.000 Euro im Internet bestellt und an Packstationen verschickt haben, um sich auf diese Weise Zugang zu den Schließfächern zu verschaffen. (fp)