Das Kapitalmarktumfeld trübt sich dieser Tage zusehends ein, konstatiert Daniel Hartmann, Chefvolkswirt von Bantleon. "Allen voran hat das Risiko einer Korrektur an den Aktienmärkten zugenommen", sagt er. Grund dafür ist vor allem die weiterhin grassierende Coronavirus-Epidemie. Sie könnte die Weltwirtschaft stärker belasten als gedacht, befürchtet Hartmann. Er schließt nicht aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal des laufenden Jahres schrumpft. Die Epidemie könnte sogar noch das zweite Quartal 2020 belasten.

Die düsteren Aussichten verhageln Unternehmen und Investoren die Stimmung, befürchtet der Bantleon-Experte. Eine schlechtere Stimmungslage könnte wiederum in den kommenden Monaten eine konjunkturelle Abwärtsspirale in Gang setzen. In diesem Fall würden wohl die Notenbanken zur Tat schreiten und nichts unversucht lassen, um den Absturz der globalen Konjunktur zu verhindern, prophezeit Hartmann.

Positives Basisszenario ist intakt
Je mehr Regionen von der Corona-Epidemie betroffen sind, desto mehr Transportwege und Lieferketten leiden unter dem Virus – und desto größer fällt der Schaden für die Weltwirtschaft aus. Weite Teile Asiens und Europas, womöglich auch noch Amerikas, könnten lahmgelegt werden, warnt Hartmann. Bei immer größeren Umsatzausfällen steigt die Gefahr, dass Unternehmen Liquiditätsprobleme bekommen.

"Wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen", sagt Hartmann jedoch. Er hält es immerhin für möglich, dass die Grippewelle in den Ländern, in denen sie bislang grassiert, lokal begrenzt bleibt, dass sie im Frühjahr abebbt oder dass ein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus entwickelt wird. Der Rückschlag für die Weltwirtschaft wäre dann nicht von Dauer. "Unser Basisszenario bleibt, dass es im zweiten Halbjahr 2020 wirtschaftlich wieder aufwärts gehen sollte", bekräftigt der Bantleon-Ökonom. (fp)