Anleger hatten auf eine baldige Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China gehofft – vergebens. Nun wettert US-Präsident Donald Trump erneut gegen China. "Nur das übliche Gepolter", nennt es Daniel Hartmann, Chefökonom beim Vermögensverwalter Bantleon. Es sei die übliche Verhandlungstaktik Trumps, kurz vor einer möglichen Einigung den Druck auf die Gegenpartei erneut zu erhöhen und somit auf bessere Konditionen zu hoffen.

Am vergangenen Sonntag (5. Mai) hatte Trump per Twitter angekündigt, die Zölle auf chinesische Importe im Umfang von 200 Milliarden US-Dollar von zehn auf 25 Prozent anzuheben. Die Verhandlungen gingen seiner Ansicht nach nicht schnell genug voran. Darum wolle er die Anhebung der Zölle nicht länger aufschieben und diese ab kommendem Freitag (10. Mai) umsetzen. Die globalen Leitbörsen reagierten prompt auf die Ankündigung – mit teils heftigen Verlusten.

Weltwirtschaft ist ohnehin schon angeschlagen
Diese Ankündigung Trumps habe eine Einigung mit China nach Ansicht von Hartmann nicht unmöglich gemacht, jedoch das Risiko erhöht, dass die Verhandlungen scheitern. Denn auch wenn die USA den Handelsstreit bisher besser wegstecken konnte nals die Volksrepublik, so leidet doch die gesamte Weltwirtschaft darunter. Europäische Anleger warten angespannt auf den Brexit, die Chinesen hoffen auf Erfolge des Konjunkturprogramms und in den USA neigt sich der Aufschwung aufgrund der Steuersenkungen dem Ende zu. (fp)