US-Präsident Donald Trump hat den Verhandlungen mit China zuletzt "substanzielle Fortschritte" attestiert. Die Gespräche seien "sehr produktiv". Tatsächlich wird der Anfang Dezember 2018 vereinbarte Waffenstillstand zwischen China und den Vereinigten Staaten verlängert. Das klingt erst einmal gut. Die Details der im Raum stehenden Einigung bleiben allerdings äußerst vage, kritisiert Bantleon-Analyst Andreas Busch. So ist etwa unklar, wie der von den USA geforderte Schutz des geistigen Eigentums erreicht werden soll.

Auch der Zeitplan der Einigung steht in den Sternen. Bis wann die Erhöhung der Strafzölle durch die USA ausgesetzt wird? Wann sich Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping treffen will, um wie angekündigt auf höchster Ebene ein Abkommen zu besiegeln? Völlig offen. Anleger sollten deshalb, bei aller Freude über die Entspannungssignale im Handelsstreit, die harten Fakten nicht aus den Augen verlieren, mahnt Busch.

Konjunktur mahnt zur Vorsicht
Die globalen Konjunkturdaten zeichnen ein ernüchterndes Bild. "Vor allem in der Eurozone ist der Konjunkturtrend ungebremst abwärtsgerichtet", berichtet der Bantleon-Experte. Auch in den USA mahnt der Trend zur Vorsicht. Der Rückenwind durch Trumps Steuersenkungen ist abgeflaut, die Fed-Zinsanhebungen des vergangenen Jahres entfalten zeitverzögert ihre Bremswirkung. Busches Urteil: "Alles in allem bleibt das weltwirtschaftliche Umfeld trotz der vermeintlichen Annäherung im Handelsstreit herausfordern." (fp)