Marktbeobachter zeigen sich nach dem Treffen von Donald Trump und Chinas Staatspräsident Xi Jinping am vergangenen Wochenende erleichtert: "Es wurde auch Zeit – Chinas Staatspräsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump haben sich im Handelsstreit endlich aufeinander zubewegt", sagt Daniel Hartmann, Chefvolkswirt bei Bantleon. 

Im Anschluss an das G20-Treffen war bekannt geworden, dass die USA die angekündigten Zölle auf Importe aus dem Reich der Mitte im Umfang von rund 300 Milliarden US-Dollar zunächst nicht erheben werden. Außerdem wird der Exportbann gegenüber dem chinesischen Telekom-Giganten Huawei gelockert. China seinerseits soll künftig im Gegenzug größere Mengen an US-Gütern importieren. 

Voraussetzung für Beilegung des Konflikts geschaffen
"Auf diese Weise wurden die Voraussetzungen geschaffen, damit beide Parteien ihre Verhandlungen zur Beilegung des Handelsstreits wieder aufnehmen", sagt Hartmann. Und räumt zugleich ein: "Zugegebenermaßen sind die Ankündigungen sehr vage." Denn weder ist klar, bis wann die angedrohten US-Zölle auf chinesische Importe ausgesetzt sind, noch wurde konkretisiert, welche Güter an Huawei geliefert werden dürfen. Genauso offen ist, was die Absichtserklärung Chinas zur Steigerung der US-Importe genau bedeutet. "Der endgültige Handelsdeal steht damit nach wie vor aus."

Immerhin wurde aber ein Anfang gemacht, um die vom Handelskonflikt ausgehende Verunsicherung einzudämmen. "Und das ist dringend nötig", sagt Hartmann. "So haben die jüngsten Konjunkturindikatoren gezeigt, dass die Wirtschaft von dieser Seite immer mehr unter Druck kommt." Vor allem nach dem neu gestarteten Konfrontationskurs Trumps Anfang Mai sind  weltweit wichtige Konjunkturbarometer auf Tauchstation gegangen. (fp)