Die anstehende Europawahl am kommenden Sonttag (26. Mai) verunsichert viele Börsenteilnehmer, bringt sie doch voraussichtlich einige politische Erdbeben mit sich: EU-skeptische Parteien und Gruppiereungen werden stärker abschneiden als bisher, während einigen Regierungsparteien desaströse Ergebnisse drohen. Das könnte zu nationalen Krisen führen. Die Folgen dieser Ereignisse seien aber vermutlich weniger dramatisch als gedacht, sagt Daniel Hartmann, Stratege bei Bantleon. 

Verluste der Großen Koalition in Deutschland oder der 5-Sterne-Bewegung in Italien könnten zu einer Neuordnung der Regierungen führen, die jedoch in beiden Fällen verschmerzbar wäre. In Deutschland seien die Alternativen zur aktuellen Regierung – Jamaika oder Schwarz-Grün – laut Hartmann "wenig erschreckend". Und in Italien würde bei Neuwahlen das rechte Lager gewinnen und damit eine stabilere Regierung stellen als die bisherige. 

Europawahl ist kein Grund für Unruhe an den Börsen
Bei der Europawahl würden "nicht nur die Populisten, sondern auch die Liberalen und Grünen zu den Gewinnern gehören", sagt Hartmann. Besorgniserregend sei eher der Handelsstreit zwischen den USA und China. Angesichts dieser Unwägbarkeiten sollten sich Anleger auf die fundamentalen Wirtschaftsdaten Chinas konzentrieren, die positive Signale aussendet – auch in Richtung Europa. (fp)