Seit dem Ausbruch der weltweiten Banken- und Finanzkrise vor rund zehn Jahren hat sich die Anzahl der weltweit verfügbaren 100-US-Dollar-Noten auf rund zwölf Milliarden Stück verdoppelt. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) mit Verweis auf eine aktuelle Analyse der Deutschen Bank.

Deren Volkswirt Torsten Slok schätzt, dass der verblüffende Dollar-Boom auf drei Faktoren zurückzuführen ist. Erstens neigen Sparer angesichts der niedrigen Notenbankzinsen weltweit dazu, Bargeld als Geldanlage einzusetzen. Angst vor negativen Zinsentwicklungen kann diese Tendenz noch verstärken. Zweitens dienen große Scheine gemeinhin der Geldwäsche. Nach allgemeinen Schätzungen sollen Kriminelle jedes Jahr Geldwäsche im Volumen von rund zwei Billionen US-Dollar mit Bargeld abwickeln.

Ein dritter Grund könnte die Angst vor politischer Instabilität und hoher Inflation in Schwellenländern sein. Ein großer Teil der Dollar-Noten wird nämlich im Ausland verwahrt – Volkswirte der Federal Reserve Bank of Chicago schätzen, dass rund 80 Prozent des Bargelds außerhalb der Vereinigten Staaten im Umlauf sind. 

Sparwillige Schweden
Die FAZ verweist darauf, dass es schwierig ist, präzise Informationen über den Einsatz von Bargeld in der Welt zu erhalten. Es gilt aber als ausgemacht, dass Scheine keineswegs ausgedient haben, auch wenn beim Bezahlen immer mehr elektronische Alternativen zum Einsatz kommen. Beispielsweise ist in Schweden das Zahlen mit Münzen und Scheinen auf dem Rückzug. Entsprechend ist auch der Bargeldbestand an Schwedischen Kronen in den vergangenen zehn Jahren von einem Gesamtwert von gut 100 Milliarden Kronen auf unter 60 Milliarden zurückgegangen. Der Rückgang wäre laut Informationen der Schwedischen Zentralbank aber noch deutlicher ausgefallen, wenn Banknoten nicht auch als stille Reserve in Privathaushalten zum Einsatz kämen.

Zum Umlauf der Euronoten weltweit existieren öffentlich derzeit keine aktuellen Daten. Vor rund zwei Jahren hatte die Europäische Zentralbank geschätzt, dass außerhalb ihres Währungsgebietes im Jahr 2016 Euronoten im Wert von 341 Milliarden Euro lagerten. Die Deutsche Bundesbank wiederum schätzt, dass etwa 90 Prozent der in Deutschland ausgegebenen Banknoten dauerhaft aufbewahrt und nicht zum Bezahlen verwendet werden. (fp)