Die Corona-Krise führt dazu, dass immer mehr Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt werden oder sogar ihren Job zu verlieren drohen. Wer einen Immobilienkredit bedienen muss, den trifft ein Verdienstausfall hart. Schlimmstenfalls können Immobilienbesitzer den Schuldendienst nicht mehr leisten. Um solche Horrorszenarien zu verhindern, planen immer mehr Häuslebauer und Immobilienkäufer einen Sicherheitspuffer bei der Finanzierung ein, berichtet Michael Neumann, Chef des Baufinanzierungsspezialisten Dr. Klein.

Das Sicherheitsstreben der Darlehensnehmer spiegelt sich seiner Wahrnehmung nach gleich in mehreren Kennzahlen wider. So ist etwa der Beleihungsauslauf bei im März abgeschlossenen Baufinanzierungen auf 82,8 Prozent gesunken – er liegt nun zum ersten Mal seit Ende 2018 unter der Marke von 83 Prozent. "Im Mittel bringen Darlehensnehmer also anteilig mehr Eigenkapital in die Finanzierung ein als im letzten Jahr", erklärt Neumann.

Immobilienbesitzer planen für die Zins-Zukunft
Baudarlehens-Nehmer wollen ihre Kredite mittlerweile auch schneller tilgen. Ihre Rückzahlung beginnen sie im Schnitt mit 2,92 Prozent. "Damit liegt die Anfangstilgung über dem Wert der letzten 24 Monate", sagt Neumann. Bankkunden kommt zugute, dass die Zinsen immer noch sehr tief liegen. Um sich die niedrigen Zinsen langfristig zu sichern, setzen immer mehr Kreditnehmer auf eine lange Zinsbindung: Diese lag im März im Mittel bei 14 Jahren und zwei Monaten. Damit war sie gegenüber Februar um rund drei Monate gestiegen.

Häuslebauer sichern sich nicht nur gegen die Folgen der Corona-Krise ab, sondern auch gegen mögliche Zinsanstiege. Der Beleg: Seit Januar steigt die Nachfrage nach Forward-Darlehen, berichtet der Dr.-Klein-Vorstandschef. Im März machten die Darlehen, mit denen man sich die aktuellen Zinskonditionen für die Zukunft sichert, rund acht Prozent der Baufinanzierungen aus – ein Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Februar. (fp)