Wohneigentum zeigt sich krisenfest: Die Nachfrage ist ungebrochen, die Märkte bleiben stabil. Folglich gehen auch die Preise weiterhin nach oben – und mit ihnen die Darlehenssummen. Daten des Immobiliendienstleisters Dr. Klein zeigen: Im Oktober nahmen Immobilienkäufer und Bauherren - im Schnitt wohlgemerkt - satte 296.000 Euro auf und damit noch einmal 4.000 Euro mehr als im Vormonat. Im Oktober 2019 lag die durchschnittliche Darlehenshöhe noch bei rund 262.000 Euro, Immobilienkäufer brauchten vor einem Jahr also fast 13 Prozent weniger Fremdkapital.

Quelle: Dr. Klein Privatkunden AG

Der Branchenbeobachter erklärt sich das hohe Interesse der Bundesbürger am trauten Heim mit verschiedenen Faktoren – unter anderem mangelnden Anlagealternativen während der anhaltenden Niedrigzinsphase, der Wunsch nach mietfreiem Wohnen im Alter sowie das Plus an Freiheit bei der Gestaltung des Eigentums. Für viele Menschen seien zudem die extrem günstigen Bauzinsen ein Grund, jetzt in eine Immobilie zu investieren, schreiben die Vermittler. Wer eine sehr gute Bonität und viel Eigenkapital mitbringt, bekommt Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung bei einigen Banken schon ab 0,39 Prozent. 

Kreditnehmer tilgen zügig
Die anfängliche Tilgung liegt laut Dr. Klein mit 2,78 Prozent zwar geringfügig unter dem Vormonatswert (2,8 Prozent), aber weit höher als noch vor zehn Jahren (1,86 Prozent). Das zeigt aus Sicht der Experten: Die derzeit niedrigen Zinsen machen eine hohe Anfangstilgung sowohl möglich als auch nötig – denn bei einer sehr niedrigen Tilgung kann es unter Umständen lange dauern, bis Eigentümer das Baudarlehen vollständig abbezahlt haben. (fp)