Die Inflation steigt weiter – und mit ihr die Bauzinsen. Im Oktober schnellte die Kernteuerung in Deutschland auf mehr als drei Prozent. Und je größer die Inflationsangst am Markt, desto deutlicher die Ausschläge der Zinsen. Aktuell liegt der regionale Bestzins für ein zehnjähriges Darlehen bei 0,61 Prozent, bei überregionalen Banken sind es 0,71 Prozent. Die Werte liegen damit bereits deutlich über den vorangegangenen Tiefstwerten von 0,3 Prozent. "Durch die momentan hohen Inflationsraten ist Dynamik entstanden – und auch die Baufinanzierungen sind davon betroffen", erklärt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender des Kreditvermittlers  Dr. Klein.

Zwar hat die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, ihren Zeitraum für hohe Inflationserwartungen ausgeweitet. Ebenso hat sie aber eine Zinsanpassung im nächsten Jahr ausgeschlossen. Weil dementsprechend keine abrupten Anstiege zu erwarten sind, rät Neumann zu Gelassenheit beim Immobilienkauf: "Im langfristigen Vergleich bleibt das Zinsniveau dank der Manipulation der EZB sehr, sehr niedrig." Entscheidend sei es nicht, die letzte Nachkommastelle beim Zins, sondern die wirklich passende Immobilie zu finden, die im individuellen Fall den Preis wert sein kann. (fp)