Thomas Jordan kann zufrieden sein. Der Chef der Schweizerischen Nationalbank (SNB) blickt auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurück. In den ersten neun Monaten des Jahres hat die Notenbank einen Gewinn von rund 51,5 Milliarden Franken (46,8 Mrd. Euro) erzielt. Zum Vergleich: Der addierte Neun-Monats-Profit aller im Leitindex SMI vertreteten Unternehmen lag simultan bei rund 55 Milliarden Franken.

Auch für Bund und Kantone ist das eine erfreuliche Nachricht. Kommt es in den nächsten zwei Monaten zu keinen größeren Verwerfungen an den Finanzmärkten, dürfte der öffentlichen Hand eine Dividende aus dem SNB-Überschuss in der gesetzlich maximalen Höhe von zwei Milliarden Franken (1,8 Mrd. Euro) sicher sein. Das berichtet die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ).

 

Auch für die Kapitalmärkte hat Jordan gute Nachrichten. Eine Zinserhöhung müssen Investoren vorerst nicht fürchten, machte der Notenbankchef klar. Die Schweizerische Nationalbank prüfe den geldpolitischen Nutzen und allfällige Kosten dieser Maßnahme besonders gründlich. "Wir halten solange am Negativzins fest, wie  der Nutzen die Kosten übersteigt", zitiert die "Deutsche Presse-Agentur" den SNB-Präsidenten.

Negativzinsen sind unentbehrlich
Zuletzt hat die SNB die wirtschaftliche Lage im September untersucht. Die Prüfung habe ergeben, dass "der Negativzins und die Bereitschaft, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, weiterhin unentbehrlich sind", erklärte Jordan. Mit dem Minuszins möchte die Notenbank dem Druck auf den Franken entgegenwirken, die Preise stabilisieren und die Wirtschaft unterstützen. Gleichwohl seien negative Zinsen "außergewöhnlich" und sollten "vorübergehender Natur" bleiben, sagte der Notenbankchef. (fp)