Die deutsche Bundesregierung hat sich am Montag dieser Woche (23. März) auf ein umfangreiches Maßnahmenpaket geeinigt, das die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise abfedern soll. Berenberg-Ökonom Jörn Quitzau begrüßt die Maßnahmen in seiner aktuellen Marktanalyse. Er hält sie für zwingend notwendig, um die aktuelle Liquiditätskrise zu überbrücken. Aber: Das Programm begrenzt den Schaden seiner Ansicht nach lediglich: "Nicht alle Unternehmen und nicht alle Arbeitsplätze werden gerettet werden können", betont der Volkswirt. 

Die deutsche Bundesregierung hat einen Wirtschaftsstabilisierungsfonds in Milliardenhöhe sowie Soforthilfen für kleine Unternehmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige beschlossen. Auch die USA und Großbritannien haben in den vergangenen Tagen mit ähnlichen Hilfspaketen reagiert. Die Bank of England und die US-Notenbank Fed haben zusätzlich den Leitzins gesenkt und umfangreiche Anleihekaufprogramme auf den Weg gebracht. Quitzau betont, dass die gemeinsamen Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken weitreichend sind und den Wiederaufschwung unterstützen werden. 

"Ungewissheit ist Gift für die Wirtschaft"
Dennoch warnt Quitzau davor zu unterschätzen, wie schwierig die Rückkehr zum Normalzustand sein wird: "Wenn die Krise überstanden ist, wird es eine gewaltige Herausforderung sein, die Dinge wieder zu ordnen und zu einer regelbasierten Wirtschaftspolitik zurückzukehren.“ Nach aktuellem Stand rechnet er frühestens ab Ostern wieder mit einem wirtschaftlichen Normalbetrieb. Quitzau fordert Politiker dazu auf, klare Perspektiven für das Ende des Shutdowns zu schaffen. "Ungewissheit ist Gift für die wirtschaftliche Entwicklung, aber auch für die gesellschaftliche Stabilität.“ (fp)