An den Aktienmärkten sieht es derzeit nicht gut aus. Rohstoffengpässe belasten die Unternehmen, zugleich steigen die Zinsen. Die Börse hat darauf bereits mit Verlusten reagiert. Matthias Born, Investmentchef der Bank Berenberg, macht Anlegern in dieser kritischen Phase Hoffnung: Zwar sei es wahrscheinlich, dass die Gewinne der Unternehmen noch sinken. "In der Vergangenheit war es aber so, dass der Aktienmarkt längst durch sein Tief durch war, wenn der Wirtschaftsabschwung dann tatsächlich eingetreten ist", betont Born in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die anstehenden Verluste seien bereits in den Kursen eingepreist. Deshalb sollten Anleger in den kommenden Monaten erst recht investieren.

Was den deutschen Aktienmarkt betrifft, rät Born, sich abseits des Dax umzusehen. Der M-Dax sowie mittelgroße und kleine Firmen, die in Nischensektoren agieren, seien vielversprechend: "Da gibt es viele versteckte Champions", sagt der Experte. Wichtig: Anleger müssten prüfen, wie die Unternehmen ihre Energie beziehen – von der gasabhängigen Chemiebranche rät er ab. Hingegen lohnen sich seiner Ansicht nach Investitionen in die Gesundheitsbranche. Es gebe starke Marktführer in Europa, und die Branche sei wenig konjunkturabhängig. Anleger sollten außerdem beachten, wie Unternehmen in der Vergangenheit Krisen gemeistert hätten, so Born. Er rät Anlegern darüber hinaus, statt in Gold in Öl zu investieren – und außerdem Schwellenländer in den Blick zu nehmen. Vor allem Indien habe Aufholpotenzial. Die Wirtschaft dort wachse sehr robust. (fp)