Mit dem Lockdown-Ende und der wieder florierenden Weltwirtschaft trudelten erste Investmenttipps ein, Qualitätstitel gegen nun angeblich erstarkende zyklische Papiere einzutauschen. Jedoch sollten sich langfristig denkende Anleger nicht von kurzfristigen Modetrends leiten lassen, sagt Bert Flossbach, Co-Gründer des Vermögensverwalters Flossbach von Storch. Und das nicht zum ersten Mal: Dass Anleger nicht auf jeden fahrenden Zug aufspringen sollten, davor warnte der Experte bereits im April.

Flossbach bezeichnet solch kurzsichtige Strategien als Rotationsroulette: "Sie eignen sich eher als Stoff für Marktkommentare in der Presse, haben aber oft nur eine sehr begrenzte Aussagekraft für die Zukunft", sagt er. Seiner Einschätzung nach sollte der Wertpapierkauf von beispielsweise Fluggesellschaften genauso wie Banken weitreichendere Gründe haben als das nahende Lockdown-Ende. Die Delta-Variante des Virus habe deutlich gezeigt, dass sich ein solches Narrativ von heute auf morgen schnell ändern kann.

Qualität setzt sich durch
"Inzwischen ist die Rotations-Diskussion verstummt. Wie schon viele andere Rotation-Diskussionen auch", sagt der Finanzmarktexperte. Das erste Halbjahr habe seiner Ansicht nach gezeigt, dass ein Zurück zur Welt vor der Pandemie nicht zu erwarten ist. Viel mehr habe die Pandemie als Trendbeschleuniger gewirkt. "Langfristig setzt sich an der Börse, wie auch anderswo im Leben, Qualität durch", sagt Flossbach und rät Anlegern damit zu soliden Titeln, die sich langfristig gegen Konkurrenz und Krisen behaupten können. (fp)