Die Inflationsrate steigt, die Zinsen sind niedrig – und das Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto wird immer weniger wert. Längst sollten sich Anleger nach Alternativen umschauen, allein schon um ihr Vermögen zu schützen. "Aktien bieten einen weitaus besseren Inflationsschutz, vorausgesetzt die Unternehmen schaffen es, ihre Gewinne trotz höherer Kosten zu steigern", sagt Bert Flossbach, Co-Gründer des Kölner Asset Managers Flossbach von Storch. Anleger sollten also nicht planlos in den Markt einsteigen, sondern genau prüfen, welche Titel ihr Geld wert sind und langfristig anlegen. Außerdem sollten sie Nervenstärke beweisen – denn am Auf und Ab der Börse führt kein Weg vorbei. 

"Allwetterunternehmen, die über hervorragende Produkte, eine starke Wettbewerbsposition und hohe Profitabilität verfügen, sind besser in der Lage, mit steigenden Kosten umzugehen als anfällige Unternehmen, die wenig profitabel sind und hohe Schulden haben", sagt Flossbach. Für ihn sind die wichtigsten Kriterien bei der Bewertung von Unternehmen und deren Anteilsscheinen: die Preissetzungsmacht des Unternehmens gegenüber Kunden, die Verhandlungsmacht gegenüber Lieferanten, die Flexibilität des Konzerns in Beschaffung, Produktion und Vertrieb, eine effiziente Kostenkontrolle sowie wettbewerbsfähige Gehälter. 

Gewinne für die Autoindustrie
Als Beispiel für Flexibilität nennt Flossbach die Autoindustrie. "Einige deutsche Autobauer nutzen ihre Flexibilität in Produktion und Vertrieb und verbauen die knappen Chips vor allem in Premium-Modellen mit höheren Umsatzrenditen", sagt der Starinvestor. Auf diesem Wege würden sie trotz steigender Rohstoffkosten, Lieferverzögerungen und Engpässen bei Chips auch in diesem Jahr voraussichtlich Rekordgewinne erzielen. (fp)