Vermögensverwalter Bert Flossbach rechnet in absehbarer Zeit nicht mit steigenden Zinsen. "Die Zinsen bleiben für immer niedrig oder so lange, bis das Schuldenproblem gelöst ist. An dieser Prognose halte ich fest", so der Anlageprofi im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Die US-Notenbank Fed wird 2019 nach Flossbachs Einschätzung nur noch zwei kleine Zinsanhebungen vornehmen, wenn überhaupt. Die Europäische Zentralbank (EZB) wiederum dürfte angesichts des Schuldenbergs in der Währungsunion überhaupt nichts tun.

Auf lange Sicht gibt es kaum Alternativen zu Aktien, ist Flossbach überzeugt. "Seit dem Sommer haben wir die Aktienquote in unserem Multiple-Opportunities-Fonds von 66 auf 72 Prozent erhöht", sagt er. Der Vermögensprofi geht davon aus, dass derzeit zu viele Negativ-Nachrichten in den Kursen eingepreist sind. In den kommenden Jahren rechnet er mit steigenden Aktienkursen: "In zehn Jahren steht der Dax über der Marke von 20.000 Punkten, da bin ich mir relativ sicher." Fast die Hälfte des Anstiegs dürfte aus Dividenden stammen.

Hartes Jahr für den Vorzeigefonds
Die jüngsten Kurseinbrüche können Flossbach nicht erschüttern. Er weist vielmehr darauf hin, dass sich dadurch das Verhältnis von Chance zu Risiko deutlich verbessert hat. Für das Anlagejahr 2019 zeigt er sich dementsprechend optimistisch. Zu den größten Aktienpositionen in seinem Flaggschifffonds, dem Flossbach von Storch Multiple Opportunities, gehören Papiere von Nestlé, Berkshire Hathaway und Philip Morris. Der Fonds machte im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2011 kein Plus, hielt sich aber immerhin besser als der Dax. (fp)