Mit einem Bestand von 780,19 Tonnen hat der SPDR Gold Trust, der weltgrößte börsengehandelte Fonds (ETF), in den vergangenen beiden Monaten 2,6 Milliarden US-Dollar an Wert verloren. "Es gibt nun wirklich keine Gründe, in Gold investiert zu sein", sagte James Cordier, Gründer von Optionsellers.com in Florida. "Die Save-Heaven-Prämie ist wegen der anziehenden Wirtschaft geschwunden."

Short-Positionen legten um zehn Prozent zu
Die wachsende Skepsis kommt auch am Futuremarkt zum Ausdruck. Hedgefonds haben in der Woche zum 13. Mai ihre Netto-Long-Positionen um 8,3 Prozent auf 94.329 Kontrakte reduziert, wie Zahlen der U.S. Commodity Futures Trading Commission zeigen. Short-Positionen legten dagegen um zehn Prozent auf 31.283 zu und markierten damit den höchsten Stand seit Februar. Positionen auf fallende Goldpreise haben sich seit Mitte-März mehr als verdoppelt.

Die Analysten der Goldman Sachs rechnen angesichts der anziehenden US-Wirtschaft auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Rückgang des Goldpreises auf 1.050 Dollar. So hatten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 10. Mai den niedrigsten Stand seit 2007 erreicht, wie Angaben des US-Arbeitsministeriums zeigen.

"Gold scheint vor einer großen Bewegung zu stehen"
Derzeit herrscht eine auffallende Ruhe am Future-Markt. Die Volatilität auf Sicht von 30-Tagen ist auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr gefallen. Die niedrigen Schwankungen könnten allerdings Vorbote einer stärkeren Bewegung sein. "Viele Anleger hatten Gold bereits abgeschrieben und mit einer Abwärtsbewegung im laufenden Jahr gerechnet, aber dann haben die Spannungen in der Ukraine dazu beigetragen, den Preis zu stützen", sagte Walter "Bucky" Hellwig, Fondsmanager bei BB&T Wealth Management. "Gold befindet sich in einem Prozess der Bodenbildung und scheint vor einer großen Bewegung zu stehen." (mb/Bloomberg)