"Bewertungsreserven darf es eigentlich nicht geben"
Die Immobilienkrise und erhebliche Mittelabflüsse polarisieren die Debatte um offene Immobilienfonds. DWS-Grundbesitz-Geschäftsführer Christian Bäcker erläutert im Interview mit FONDS professionell, wo er aktuell die größten Herausforderungen sieht – und wie man sie meistert.
Die DWS hat drei offene Immobilien-Publikumsfonds am Markt: Der Grundbesitz Europa ist mit 55 Jahren einer der ältesten deutschen Immobilienfonds. Zur Jahrtausendwende folgte der Grundbesitz Global und 2014 unter dem Regime des seinerzeit neuen Kapitalanlagegesetzbuchs dann der Grundbesitz Fokus Deutschland. Sie verfügen über ein Fondsvolumen von zusammengenommen rund neun Milliarden Euro.
Nicht zuletzt mangels rentierlicherer Alternativen investierten viele Anleger in der Niedrigzinsphase des vergangenen Jahrzehnts viele Milliarden in offene Immobilienfonds. Das in ihnen gebundene Vermögen belief sich zwischenzeitlich auf rund 120 Milliarden Euro. Seit der Zinswende werden allerdings Anteile in großem Stil gekündigt und rund ein Zehntel des vormaligen Volumens ist in den vergangenen zwei Jahren wieder abgeflossen.
Einkaufschancen sind wieder da, aber das Geld wird für Rückgaben gebraucht
Im Interview mit FONDS professionell erläutert DWS-Grundbesitz-Geschäftsführer Christian Bäcker das dadurch entstehende Dilemma zwischen guten Einkaufsmöglichkeiten und fehlender Liquidität, sie zu ergreifen: "Für Investoren ist jetzt ein idealer Zeitpunkt. Vor fünf Jahren gab es jede Menge Geld im Markt, aber keine Immobilien. Im Vergleich dazu sind die aktuellen Einkaufsbedingungen so gut wie schon lange nicht mehr." Zahlreiche Immobilienfonds müssen allerdings derzeit Immobilien verkaufen, um Rückgabewünsche der Anleger zu bedienen.
Der Verkaufsdruck gibt auch ein weiteres Problem zu erkennen: Die Werte der Immobilien, wie sie quartalsweise bestimmt werden, und die am Markt erzielbaren Preise klaffen allzu häufig auseinander. Diese Diskrepanz muss ein gutes Fondsmanagement so gering wie möglich halten. "Bewertungsreserven, auf die gern manchmal stolz verweisen wird, darf es eigentlich nicht geben", meint Bäcker. (tw)
Einige ausgewählte Zitate aus dem Interview mit Christian Bäcker haben wir in der Bilderstrecke oben für Sie zusammengetragen – einfach durchklicken. Das vollständige Gespräch findet sich in Ausgabe 4/2025 von FONDS professionell ab Seite 206. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.














