Donald Trump hat als US-Präsident schon viel Angriffsfläche geboten. Nun haben die Demokraten die Nase voll und streben ein Amtsenthebungsverfahren an. Anlass dafür ist Trumps Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten, in dem er ihn um Wahlkampfhilfe gebeten haben soll. Ein Whistleblower hatte das Gespräch gemeldet. Die Demokratin Nancy Pelosi hat daraufhin eine Untersuchung und das Amtsenthebungsverfahren angestoßen.

Für Martin Lück, Kapitalmarktstratege für Blackrock im deutschsprachigen Raum und Osteuropa, ist das kein kluger Schachzug der Demokraten. "Sollten die Demokraten nicht erheblich mehr in der Hand halten als das dürftige Transkript von Trumps Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Selinskyj, wird das Verfahren wohl nicht einmal eröffnet. Pelosi stünde beschädigt da, Trumps Wiederwahlchancen könnten, gerade bei den umkämpften Wechselwählern, erheblich steigen", sagt Lück.

Trump profitiert vom Amtsenthebungsverfahren
Umfragewerte geben dem Blackrock-Strategen recht. Auch wenn derzeit nur 40 Prozent der US-Bevölkerung Präsident Trump unterstützten, lehnen doch 54 Prozent der US-Amerikaner ein Amtsenthebungsverfahren ab. "Den Demokraten dürfte dieser Schritt also kaum etwas bringen, wogegen er Trump eine Steilvorlage dafür liefert, sich als Opfer einer Hexenjagd zu inszenieren", sagt Lück. (fp)