Die britische Premierministerin Theresa May wird das Unterhaus wohl zum dritten Mal über ihr EU-Austrittsabkommen abstimmen lassen. Eine dritte Abstimmung wäre "ein drittes Endspiel in dem absurden Drama", urteilt Martin Lück, Kapitalmarktstratege bei Blackrock. "Gut möglich, dass May ihren Gegnern, sowohl in der eigenen Partei als auch in der Opposition, eine eventuelle Zustimmung mit dem Versprechen ihres Rückzugs versüßt", sagt er.

Sollte es so kommen, würde Großbritannien am 22. Mai geordnet die EU verlassen. Für die Übergangszeit bis Ende 2020 gäbe es dann einen neuen Premierminister oder eine neue Premierministerin. "Gut möglich aber auch, dass der Deal ein drittes Mal scheitert und sich die Briten bis zum 12. Mai überlegen müssen, ob sie einen No-Deal-Brexit bis zum 22. Mai riskieren oder Austrittsantrag gleich ganz zurückziehen", gibt der Stratege zu bedenken.

Die kommenden Tage bringen Klarheit
Für den Fall, dass sich die Briten dann immer noch nicht darüber einig sind, ob sie austreten wollen oder nicht, käme es zu einer Fristverlängerung über den 22. Mai hinaus. "Dann müsste Großbritannien an der EU-Wahl teilnehmen, der Austritt würde auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben und der Brexit-Irrsinn würde in die nächste Runde gehen", prophezeit Lück.

Aus Anlegersicht wäre ein Ende der Unsicherheit von Vorteil – wie auch immer es aussehen würde. "Positiv hierbei ist, dass die sich an der Grenze zum Slapstick bewegende britische Politik den Zeitplan jetzt nicht mehr selbst in der Hand hat", sagt der Blackrock-Experte. "So oder so dürften deshalb die nächsten Tage für Klarheit sorgen." (fp)