Larry Fink, Gründer und Chef von Blackrock, hat in einem Interview mit Reuters einen interessanten Vorschlag zur Stimulierung der Eurozonenkonjunktur gemacht. Er schlägt vor, dass die EZB nicht nur Staats- und Industrieanleihen, sondern – ähnlich wie die Schweizerische Nationalbank oder die Bank of Japan – zukünftig auch Aktien kaufen sollte. Darüber hinaus sei dafür zu sorgen, dass die Euroland-Bürger über eine Förderung der Aktienkultur selber mehr Dividendenpapiere in ihren Depots hätten.

Fink monierte, es sei fraglich, ob noch niedrigere Zinsen in der Eurozone tatsächlich die Realwirtschaft stimulieren könnten. Daher seien Alternativen wie Käufe der nach Finks Ansicht günstig bewerteten europäischen Aktien nachdenkenswert.

Wachstumsnachteile beseitigen
Der Blackrock-Lenker verwies auf die USA, wo im Vergleich zum Alten Kontinent eine expansive Geldpolitik effektiver sei, da viele Amerikaner wie selbstverständlich in Aktien investieren, dadurch über Vermögenseffekte von steigenden Börsen profitieren und so konsumfreudiger seien.

Vor dem Hintergrund, dass Europäer weniger auf Aktien, sondern lieber auf Spareinlagen und festverzinsliche Wertpapiere setzten, sei laut Fink eine Zinspolitik, durch die rund 50 Prozent aller Anleihen mittlerweile eine Negativ-Rendite aufwiesen, kontraproduktiv: "Das ist auch der Grund, warum ich glaube, dass Europa nicht so stark wie die USA gewachsen ist.“

Darüber hinaus kritisierte Fink im Reuters-Interview die Europäer dafür, dass sie sich zu sehr auf die Wirksamkeit der Geldpolitik verließen und zu wenig auf eine expansivere Fiskalpolitik setzten. "Das wird einer der langfristigen Fehler Europas sein.“ (aa)